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Themen - Vogelspinne

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Wie viele von euich bestimmt schon mitbekommen haben haben, werden uns seit Jahren/Jahrzehnten Schritt für Schritt die Bürger- und teils auch Menschenrechte entzogen.
Dazu gehört ein immer enger und schärfer gefasstes WaffG., die Aufhebung der Unverletzlichkeit der eigenen 4 Wände für WBK-/Jagdscheinbesitzer und so weiter....

Das Neueste ist nun die völlige Aufhebung des Bankgeheimnisses! Seit 25.06.2017 kann jeder kleine Angestellte jeglicher Behörde, und sei in der Gemeindeverwaltung einen kleinen Dorfes, jedes Bankkonto eines jeden Bundesbürger ungehindert und ungestraft einsehen, filzen und kontrollieren.

Hier der passende Link dazu: https://www.youtube.com/watch?v=KP9N2DrmJb0

Der Herr Janich ist ernstzunehmen, genauso wie die Seite Buzer.de, wo täglich alle Gesetzesänderungen veröffentlicht werden!

Ich sage dazu nur: Willkommen im Faschismus! .eil Merkel!

2
Bögen und Armbrüste / Erfahrung zu Armbrust Jaguar?
« am: Januar 22, 2017, 07:19:53 Vormittag »
Besitzt jemand die Recurve Armbrust Jaguar aus Taiwan und kann etwas zur Haltbarkeit sagen? Wie lange hält Sehne bei Pflege und der Wurfarm?

Mir ist bekannt, das es bessere Armbrüste gibt, aber in der Preisklasse von ca. 140 € erscheint mir das Preisleistungsverhältnis bisher gut.

3
Ein Bekannter von mir veranstaltet seit einiger Zeit in einer vom ihm angemieteten Halle CQB-Airsoftspiele gegen Eintritt/Spielgebühr, zu denen sich jedermann für den jeweiligen Spieltermin über ASVZ und Facebook anmelden kann.
Es ist nichts bei den Behörden angemeldet und der Landkreis Stadt Salzgitter, auf dessen Gebiet die Halle steht, untersagt grundsätzlich Airsoftspiele auf seinem Kreisgebiet ( es schon viele vergebliche Versuche gegeben, da ein legales Airsoftgelände zu eröffnen ).

Mich interessiert nun, in wie weit sich mein Bekannter strafbar macht. Er ist der Meinung, das er, solange er die Halletüren schließt und niemand draussen rummrennt, das alles seine Privatsache ist. Ich bin der Meinung, das er sich sehr wohl strafbar macht.

Die Softairwaffen entsprechen alle dem WaffG.

4
Gas & Schreckschuss / Ein die SSW betreffender Beschluß der EU-Innenminister!
« am: Juni 10, 2016, 07:29:50 Nachmittag »
Aus T-Online/dpa:

Luxemburg (dpa) - Nach den Pariser Terroranschläge müssen Waffenbesitzer
in Europa mit härteren Auflagen rechnen. Die EU-Innenminister einigten
sich in Luxemburg auf neue Regeln. Demnach müssen künftig etwa
Schreckschusswaffen bei Behörden registriert werden
. Zudem soll der
Waffenhandel im Internet besser kontrolliert werden. Die Staaten müssen
außerdem sicherstellen, dass sich sogenannte Dekowaffen nicht mehr zu
einer scharfen Waffe zurückbauen lassen.

Danke, Herr Schäuble und Kollegen! *sick1*

5
Eine Frage an die Besitzer einer Zoraki 906:

Lässt sich bei eurer Zoraki 906 der Hahn im Sicherheitsrast per Abzug auslösen? Bei meiner 906, hergestellt November 2015, lässt sich mit etwas stärkeren Druck auf den Abzug als bei vollgespannten Hahn der Hahn im Sicherheitsrast auslösen. ?(

Das ist angesichts des nicht-fliegenden Schlagbolzen meiner Ansicht nach zumindest unsicher und sollte nicht vorkommen.

6
Airsoft / Suche Passformholster TM High Capa 5.1 / Colt 2011
« am: Oktober 31, 2013, 05:10:53 Nachmittag »
Nachdem ich mir vergeblich einen Wolf gesucht habe, wende ich mich an euch. Ich suche ein Passformholster für meine Tokyo Marui High Capa 5.1, wenn möglich aus Kunststoff ala IMI- oder Serpa-Holster, wenn möglich mit Adapter für Molle.

7
Den Anfang mit dieser sehr langlebigen und immer wieder aktualisierten Baureihe machte im Jahr 1973 die Firma Mayer & Riem KG mit der Perfecta Automatik G 5 als Konkurrenzmodell zu den erfolgreichen und etablierten Taschenpistolen im Kaliber 8 mm K, der Reck P 6, SM 110 und HS 5 A.

Da etwa zu der Zeit die Mayer & Riem KG als eine der Gründungfirmen in der Umarex aufging, zu der dann auch die RECK Sportwaffenfabrik Gmbh & Co KG kam, bekam die Perfecta Automatik G 5 mit der PTB 12, bei gleicher PTB, unter dem Namen Protector Automatik G 5 zwei neue "Eltern"- die RECK Sportwaffen GmbH & Co KG und die Umarex Sportwaffen GmbH & Co KG.

Diese G 5 mit der PTB 12 wurde bis etwa Mitte der 80er Jahre in sehr großen Stückzahlen gefertigt. Einzig der Magazinfuß wurde um 1980 auf die noch heute gefertigte Form geändert. Gleichzeitig wurden die ersten G 5 mit einem Laufgewinde und einem Zusatzlauf für Pyros versehen.

Insgesamt bekam diese Baureihe bisher 10 PTB-Zulassungen, wobei die PTB 274 und die PTB 404 Startversionen mit Ausschuß noch oben sind, ähnlich wie bei der bekannten RECK P 10. Allerdings habe ich bisher nicht einmal eine der Startversionen live zu sehen bekommen.

Mitte der 80er Jahre kam die erste größere Überarbeitung mit der PTB 387, die sich von der PTB 12 durch den geänderten Abzug mit Gestänge unterschied. Schwenkt der Abzug bei der PTB 12 an einer über dem Abzug liegenden Achse nach hinten oben, so schiebt ab nun der Abzug gerade nach hinten. Zu den bisherigen zwei Namen gesellte sich noch ein Dritter, der immer wieder zu Verwechslungen mit einem PPK-Klon führt: Perfecta FBI 8000.

Als nun im Jahre 1992 klar war, daß durch die CIP-Vereinbarung die 8 mm K von max. 600 bar auf max. 450 bar abgesenkt wird, mußte die G 5 mit PTB 387 auf den niedrigeren Gasdruck geändert werden. Das Ergebnis war ab 1992 die PTB 387/2 - ab dieser PTB-Zulassung sind G 5-Modelle in der Lage, weitestgehend störungsfrei mit der aktuellen Munition zu funktionieren.

Hier die 8 verschiedenen PTB-Zulassungen der G 5 ( die PTB 619 einmal brüniert und einmal verchromt ), linke Seite:


Obere Reihe von links:

Perfecta Automatik G 5, PTB 12, Beschuß Köln 1975, 8 mm K, 5 Schuß-Magazin

Protector Automatik G 5, PTB 387, Beschuß Köln 1991, 8 mm K, 5 Schuß-Magazin

Perfecta FBI 8000, PTB 387/2, Beschuß Köln 1994, 8 mm K, 5 Schuß-Magazin

Mittlere Reihe von links:


Perfecta FBI 8000, PTB 579, Beschuß Köln 1995, .315 K, 5 Schuß-Magazin

RECK Mod. G 5 - 9PA, PTB 598, Beschuß Köln 1994, 9 mm PAK, 4 Schuß-Magazin

RECK Mod. G 5 "Light", PTB 619, Beschuß Köln1994, .315 K, 5 Schuß-Magazin, verchromter Schlitten

Untere Reihe von links:

RECK Mod. G 5 "Light", PTB 619, Beschuß Köln 1994, .315 K, 5 Schuß-Magazin, brünierter Schlitten

Alpina Sport Mod. Panther, PTB 639, Beschuß1999, 9 mm PAK, 4 Schuß-Magazin

RECK Mod. Goliath, PTB 763, Beschuß 2004, 9 mm PAK, 4 Schuß-Magazin


Schon zum April 1994 war Umarex genötigt, durch das Produktionsverbot der 8 mm K-SSW für den deutschen Markt die G 5 auf das neue Kaliber .315K, eine 8 mm k mit einer um 3 mm gekürzten Hülse, umzustellen.

Diese Umstellung wurde zum Anlaß genommen, noch 1994 gleich mehrere Varianten der G 5 auf den Markt zu bringen.

Neben der normalen G 5, welche einfach ein kürzeres Patronenlager und ein schmaleres Magazin mit angepassten Magazinschacht bekam ( PTB 579 ), kam die erste Taschenpistole im großen Kaliber 9 mm PAK, die RECK Mod. G 5 - 9PA mit nun nur noch 4 Schuß-Magazin ( PTB 598 ) und als dritte Variante wurde eine für Taschenpistolen außergewöhnliche Innovation geschaffen: die RECK Mod. G 5 "Light" im Kaliber .315 K ( PTB 619).

Während bisher alle G 5 Varianten Griffstück und Schlitten aus Z 410 Zinkdruckguss gefertigt waren und im Gewicht immer um die 420 g liegen, bekam die "Light" das Griffstück aus schlag- und hitzebeständigen Kunststoff. Da der Stahllauf mit Sperre immer mit Zinkmantel im Griffstück eingegossen ist, wurde auch dieser Laufmantel aus diesem Kunststoff gefertigt. Das Ergebnis ist eine kleine 5 schüssige Taschenpistole mit einem Gewicht von nur
250 g!

Der Schlitten blieb aus Stabilitätsgründen aus Z 410.

Die RECK Mod. G 5 "Light" ist zugleich die letzte Ausführung, die man noch verchromt bekommen konnte und die letzte Version, bei der die Beschriftung vertieft mitgegossen wurde.

Die 8 PTB-Zulassungen der G 5, rechte Seite:


Während die normale G 5 im Kaliber .315 K noch bis 1997 geferigt wurde, verschwand die G 5 "Light" schon wieder nach gut einem Jahr.

Auch der RECK Mod G 5 - 9PA war keine lange Karriere vergönnt, da der Schlitten nicht mit der erheblich größeren Gasmenge zurecht kam, wodurch der Gasdruck in der Waffe so weit stieg, daß bei Verwendung des Zusatzlaufes der Schlitten nach wenigen Schüssen riß. Die G 5 - 9PA hatte noch immer den gleichen Lauf wie die 8 mm K mit der PTB 387/2!

Um diesen Mißstand zu beseitigen, behalf man sich damit, in Mündungsnähe links und rechts im 30 ° Winkel je ein 2 mm Loch bis in den Lauf zu bohren. Die beiden Bohrungen enden direkt hinter dem Gewinde für den Zusatzlauf.

Und weil man schon dabei war, wurde der Laufsperre, noch immer ein oben und unten befestigter Steg, eine 2 mm vor der Mündung endene Nase verpasst. Jetzt konnte man die Sperre nicht nur bei schlechter Sicht sehen, sondern Blinde können sie auch ertasten!

Und weil es so schön billig ist, wurde in dem Zuge auch die Schlittenbeschriftung von "vertieft mitgegossen" auf "mittels Tampondruck gestempelt" umgestellt.

Und ab 1996 heißt die G 5 - 9PA nicht mehr G 5, sondern mit neuer PTB 639 RECK Mod. Goliath oder in der minimal billigeren Kaufhaus-Version Alpina Sport Mod. Panther. Einzig die Beschußzeichen und Serienummer wurden noch eingeschlagen.

Die Mündungsansichten der 8 PTB-Zulassungen der G 5 in der Zulassungsreihenfolge von links beginnend ( ohne Blitz):


Ganz links kann man bei der PTB 12 gut die gewindelose, scharfe Mündung erkennen. Bei der Zweiten von rechts, der ersten Goliath/Panther-Versionen kennt man gut die Laufsperrennase und eine der seitlichen Nasenlochbohrungen. Bei der ganzen Rechten, der aktuellen Goliath / Panther-Version kann man die Spitze der Mercedesstern-Sperre erkennen ( unten beim geblitzten Mündungsbild ist sie gut zu erkennen ).

Diese Laufänderung änderte aber die Schlittenrißmisere nicht grundlegend und schon 2000 wurde die G 5, die nun ein Goliath oder Panther war, nochmals überarbeitet. Diese Nasenlöcher links und rechts von der Mündung verschwanden, der Lauf wurde geringfügig von 6 mm auf 7 mm im Durchmesser größer - und bekam neben neuer PTB-Zulassung ( PTB 763 ) die nunmehrige Standardlaufsperre von Umarex - den "Mercedesstern".

Etwas an der Schlittenrißmisere hat es nicht grundlegend geändert. Mit Glück schafft eine Goliath / Panther ein paar hundert Schuß, häufig ist aber schon nach weniger als 100 Schuß Schluß.

Die Mündungsansichten der 8 PTB-Zulassungen der G 5 in der Zulassungsreihenfolge von links beginnend ( mit Blitz):


Die G 5 war von Anfang an eine preiswerte, nicht sehr haltbare Taschenpistole. Schlittenrisse waren nach einigen hundert Schüssen recht häufig. Das war aber bis in die frühen 90er Jahre wegen ihres geringen Preises und der doch anständigen Verarbeitung in Ordnung.

So wurden alle 8 mm K- und .315 K-Versionen entweder glanzbrüniert ( Guß polieren, beizen und wieder polieren ) oder verchromt hergestellt.

Aber von der ersten 9 mm PAK-Version an wurden alle 9 mm PAK - G 5 nur noch matt brüniert ( Guss unpoliert gebeizt und fertig ) hergestellt und die schönen Chromausführungen gab es für die 9 mm PAK garnicht.

Grundsätzlich haben alle G 5 Kunststoffgriffschalen aus schwarzen Kunststoff, eine Schiebesicherung, die von Neuauflage zu Neuauflage labberiger wurde, und von Anfang an war das Magazin nicht zerlegbar, was eine Reinigung schwierig macht.

Trotz allem wurden Millionen dieser einfachen Pistole hergestellt und auch verkauft. In den 80er Jahren verlor die G 5 nach und nach ihre Berechtigung als preiswerte Verteidigungswaffe, denn ab dann kamen immer mehr SSW mit außenliegenden Hahn, größerer Magazinkapazität und besserer Haltbarkeit. Diese Neulinge konnte man gefahrlos fertiggeladen und entspannt / gesichert führen, was man bei Waffen wie der G 5 tunlichst unterlassen sollte - sie muß immer teilgeladen geführt werden und erst im Ernstfall fertiggeladen werden ( Falls man nicht auf vergaste Hosen- oder Jackentaschen steht ).

Die G 5 ist ein Stück Schreckschußwaffen-Geschichte - bei ihrem Erscheinen 1973 war sie das erste 8 mm K Pistolenmodell, was seit der PTB-Einführung 1969 neu entwickelt auf den Markt kam. Ihre Konkurrenten waren im Erscheinungsjahr 1973 alle mit PTB versehende Pre-PTB-Modelle aus den 60ern, die aus scharfen Taschenpistolen im Kaliber 6,35 Br. entwickelt waren.

In den 70er Jahren kam sogar noch eine scharfe Verion der G 5 im Kleinstkaliber 4mmM20 auf dem Markt.

Falls jemand wider Erwarten doch eine G 5 mit PTB 274 oder PTB 404 besitzt, bitte ich darum, mir wenigsten Bilder der Waffe zukommen zu lassen.

Danke

Vogelspinne



Diese Startversion der G5 hat einen geschlossenen Lauf und einen Ausschuß schräg nach oben







8
Mit der 6-schüssigen SM Mod.15 im Kaliber 8 mm k hat die Firma SM Röhner Sportwaffenfabrik GmbH in Oberelsbach-Weisbach im September 1974 ihre erste Neuentwicklung seit Einführung der PTB-Pflicht auf den Markt gebracht. Dieses Modell sollte das bisherige Erfolgsmodell SM Mod.110, welches seine Wurzeln in der Vor-PTB-Zeit hat, ablösen.
Trotzdem wurde die SM Mod.110 noch etwa 10 Jahre lang parallel zum Nachfolger SM Mod.15 weitergefertigt.

Wie auch die SM Mod.110 bekam die SM Mod.15 ihr scharfes Schwestermodell im Kaliber 6,35 Br.= die SM Mod.115.

Beispiel einer verchromten SM Mod. 115 in Kaliber 6,35 Br. aus den 70er Jahren:


Die SM Mod.15 wurde im Laufe der Jahre mehrfach neu zugelassen, den gesetzlichen Änderungen angepasst und zum Schluß auch im großen Kaliber
9 mm PAK gefertigt, was sie zur kleinsten Pistole in dem Kaliber machte.
Leider kam die Anpassung an dieses nachgefragte Kaliber zu spät, um noch Einfluß auf die wirtschaftliche Schieflage des Herstellers zu nehmen, weshalb 1999 mit der Insolvenz der SM Röhner Sportwaffenfabrik GmbH auch die Produktion der SM Mod.15 ihr Ende fand.

Das Modell als solches gibt es seit kurzer Zeit wieder: Die Firma Record Firearms hat die alte SM Mod. 15-9 als Record 15 neu aufgelegt.

Doch nun zur Modellreihe der SM Mod. 15:

Übersicht, linke Seite


Obere Reihe:

SM Mod.15, PTB 83, BJ 1975 // SM Mod.15, PTB 83/2, 1. Zulassung, BJ 1980 // SM Mod.15, PTB 83/2, 2.Zulassung, BJ 1992, vernickelt

Mittlere Reihe:

Luger 15 ( für Kettner 1993/94 gefertigte Version der SM Mod.15 ), PTB 83/2, 2. Zulassung, BJ 1993 // SM Mod.15, PTB 83/2, 2. Zul., BJ 1994 // SM Mod.15s, PTB 621, BJ 1999

Untere Reihe:

SM Mod.15-9, PTB 748, BJ 1998 // SM Mod.151A, PTB 474, BJ 1993, Startpistole mit Ausschuß oben

Übersicht, rechte Seite


Prinzipiell haben die verchromten und vernickelten Exemplare, sowie die scharfe SM Mod.115, schwarze Griffschalen und die brünierten Exemplare braun melierte Griffschalen. Dies wurde in den letzten Jahren vor der Insolvenz aber nicht mehr konsequent beibehalten, weshalb man auch einige spätere brünierte Exemplare mit schwarzen Griffschalen vorfindet.

Da die erste PTB- Zulassung nur auf 2 Jahre von September 1974 - September 1976 begrenzt war, wurde diese Ende 1975 erneut beantragt und als PTB 83/2 zum ersten Mal von Januar 1976 - Januar 1986 erteilt. Ein zweites Mal wurde die PTB 83/2 von April 1986 - Juni 1994 erteilt. Für die zweite Zulassung dieser PTB-Nummer wurde die SM Mod.15 wie folgt überarbeitet:

-> Statt eingeschlagener Beschriftung nun in der Form mitgegossen

-> Seriennummer, bisher in linker Schlittenseite eingeschlagen, fällt weg ( Ausnahme: Kettnerversion Luger 15 hat weiterhin Seriennummer, aber auf rechter Schlittenseite )

-> Beschußzeichen, bisher in Schlitten über Seriennummer eingeschlagen, nun in Abzugbügelansatz eingeschlagen

-> Etwas vergrößerter Magazinfuß, Patronenzubringer statt Edelstahl nun aus schwarzen Kunststoff, welcher nun auch den Schlitten stoppt

-> Zum Lauf hoch gesetztes Patronenlager

-> Geänderter Patronenstoßboden

-> Statt bisher angebotener Verchromung nur noch matte Vernickelung der Waffe



Mündungsansichten der verschiedenen PTB-Zulassungen


------ PTB 83 -- 83/2, 1.Zul. - 83/2, 2. Zul. - 621 ----- 748 ------------ 474



Laufsperren

PTB 83, 1975:


PTB 83/2 , 1. Zulassung, 1980:


PTB 83/2, 2. Zulassung, 1994 - ab der PTB ist das Patronenlager zum Lauf versetzt:


PTB 621 mit in das Gewinde reichender Sperrennase, 1999:


PTB 748 ebenfalls mit in das Gewinde reichender Sperrennase, 1998:


In der ersten Hälfte von 1987 wurde endlich das Nachfolgemodell der Startpistole SM Mod.110A, die SM Mod.151 mit PTB 363 auf Basis der SM Mod.15 zugelassen, welche schon im Jahre 1988 von der SM Mod.151A mit der PTB 474 abgelöst wurde.

Da ab Mitte 1994 keine Waffen im Kaliber 8 mmK mehr für den deutschen Markt gefertigt werden durften, bekamen die SM Mod.15 und ihre Startversion SM Mod. 151A ab Juli 1994 jeweils einen Nachfolger im neuen 8 mm Kaliber .315K: Die SM 15s mit PTB 621 und die Startversion
SM Mod. 151s mit der PTB 623.

Mit den neuen PTB-Zulassungen wegen des Kaliberwechsels wurden wieder Seriennummern eingeführt, welche nun auf der rechten Seite des Schlitten eingeschlagen wurden.

Zerlegehilfe jeder SM Mod.15 - die Kimme ist kippbar und kann nach etwas Zurückziehen des Schlitten und Kippen der Kimme den Verschlußbolzen vom Gegenlager fernhalten, was ein einfaches Schlittenabnehmen ermöglicht.

Innenansicht:


Außensicht:


Gegenüberstellung: PTB 83 ohne Schwächung und Schwächungen ab PTB 83/2:


Patronenstoßböden:


PTB 83 ----------- 83/2, 1.Zul. ------ 83/2, 2. Zul. -------- 621 ----------------748

Da auch die "große Schwester" SM Mod.80 auf ein anderes Kaliber geändert werden musste, man sich dabei zu zwei neuen Modellen in den Kalibern .315K und 9 mm PAK ( SM Mod.80s und SM Action ) entschloß, und von der SM Mod.15 mit PTB 83/2 große Mengen auf Vorrat produziert waren, liefen die neuen Modelle SM Mod.15s und SM Mod.151s sehr verspätet an. Der Produktionsbeginn für die SM Mod.15s liegt irgendwann im Jahre 1998!

Im Jahre 1998 war auch die letzte Version der SM Mod.15, die SM Mod.15-9 im Kaliber 9 mm PAK mit der PTB 748 und mit 5 Schuß im Magazin zugelassen und in die Produktion genommen.

Zu dem Zeitpunkt war aber schon die große Zeit der kleinen Taschenpistolen mit Schlagbolzenschloß vorbei, ebenso die der Firma SM Röhner Sportwaffen GmbH, für die das letzte Jahr Jahr ihrer Existenz angebrochen war. Beide Gründe führten dazu, daß von der SM Mod.15s und der SM Mod.15-9 jeweils nur kleine Stückzahlen um die 2.000 - 3.000 Stück produziert wurden.

Ob für die Startpistole SM Mod.151s überhaupt noch die Produktion aufgenommen wurde, entzieht sich bisher meiner Kenntnis.

Insgesamt wurden in den 25 Jahren Produktionszeitraum einige hunderttausend Exemplare der SM Mod.15 in ihren verschiedenen Varianten hergestellt. Der größte Teil aller SM Mod.15 hat die PTB 83/2, wobei die gesicherte Funktion mit der seit 1991 vorgeschriebenen 450 bar Munition erst ab der 2. Zulassung der PTB 83/2 gegeben ist.

Die beiden Baureihen im Kaliber .315K haben teilweise mit Zuführschwierigkeiten zu kämpfen, während die SM Mod.15-9 mehr mit Auswurfstörungen und frühzeitigen Schlittenriß zu kämpfen hat.

Schlittenrisse sind grundsätzlich ein Problem bei höheren Schußzahlen in allen Baureihen.

Magazinübersicht:


Von links: PTB 83 brauniert - 83/2, 1. Zul. - 83/2, 2.Zul. - 83/2, 2. Zul. brauniert - 474 - 748, 9 mm PAK - 621, .315K

Fazit

Für den geneigten Sammler bietet die SM Mod.15 ein Stück Geschichte, mit der die Älteren unter uns aufgewachsen sind. Die verschiedenen Modellvarianten und -versionen ergeben für sich schon eine kleinere Sammlung, wobei einige Versionen nur schwer bis garnicht aufzutreiben sind.

Der Silvesterschütze, der gerne mal mit einer kleinen Pistole böllert, findet in der SM Mod.15 mit der 2. Zulassung der PTB 83/2 eine ebenso preiswerte wie zuverlässige "Silvesterhure". Für denjenigen, der eine kleine Pistole zur Selbstverteidigung sucht, ist keine der verschiedenen Versionen der
SM Mod.15 geeignet, da das Modell im geladenen Zustand einfach zu unsicher ist.

9
Etwa 1992 hat die Firma Enser Sportwaffen als erste einen Walther PP - Klon auf den Markt gebracht: die IWG P 900 mit der PTB 540.
Gleichzeitig wurde dieses Modell auch als Super 9 mm und für ME als ME 9PP gefertigt.

Um 1995 wurde mit der PTB 660 die IWG P 900 gründlich überarbeitet, wenn auch nicht in jedem Detail besser. Da ME inzwischen mit seiner ME 9 Para, PTB 644, einen eigenen PP - Klon im Rennen hatte, wurde neben der IWG P 900 diese nur noch als Super 9 mm angeboten.

Nach der Pleite von Enser Sportwaffen übernahm ME die IWG P 900 und fertigte sie ab Mitte 1998 parallel zur eigenen ME 9 Para mit der PTB 784 nur noch als IWG P 900 in den Varianten brüniert / vernickelt mit Kunststoffgriffschalen weiter.

Als Varianten gab es in der ersten PTB-Zulassung nur brüniert / vernickelt mit Kunststoff- / Holzgriffschalen. Mit der PTB 660 explodierten die Varianten regelrecht. So wurde die IWG P 900 / Super 9 mm neben brüniert / vernickelt mit Kunststoff- / Holzgriffschalen auch brüniert mit vernickelten Schlitten ( duoton ), sowie mit vielen verschiedenen Holz- und Zinngriffschalen angeboten. Gerade diese zinnernen Arabeskengriffschalen waren bis Mitte der 90er Jahre häufiger bei verschiedenen SSW-Modellen anzutreffen. Daneben gab es noch Sondermodelle wie den Security-Pack mit einer IWG P 900, Gürtelholster, Platz-, Gasmunition und Leuchtkugeln.

Links ME 9 PP / PTB 540, Mitte IWG P 900 / PTB 660, Rechts IWG P 900 / PTB 784:


Vorbild: Walther PP

PTB: 540 // 660 // 784

Beschuß: Köln 1993 // 1998 // 1998

Kaliber: 9 mm PAK

Kapazität: 7 Schuß // je nach Magazin 7 oder 8 Schuß // 7 Schuß

Gewicht: je nach Ausführung 561 - 581 g

Länge: 165 mm

Breite: je nach Griffschale 26 - 27,5 mm

Höhe: ohne Magazinfuß 106 mm, mit Magazinfuß 120 mm

Alle Werte sind selbst ermittelt und entsprechen fast 100%ig den Angaben in der Gebrauchsanweisung.

Die linke Seitenansicht, von unten nach oben PTB 540 / 660 / 784:


Die rechte Seitenansicht:


Verarbeitung:

Bei allen IWG P 900 / Super 9 mm / ME 9 PP Modellen ist die Verarbeitung sauber ausgeführt, leider sind einige wichtige Bauteile wie Abzugsgestänge oder der Hahn aus Zinkdruckguss. Dafür ist am Patronenstoßboden eine breite Stahleinfassung um das Schlagbolzenloch eingegossen.

Die PTB 540 hat außerdem einen massiven Stahllauf, während die PTB 660 und 784 nur noch einen versetzten Stahlinnenlauf mit Zinkmantel aufweisen.

Zwischen der PTB 540 und der PTB 660 sind größere konstruktive Unterschiede, während die PTB 784 bis auf Winzigkeiten identisch mit der vorherigen PTB 660 ist.

Bei der ersten Serie mit PTB 540 ist am Griffstück der Griffrücken und die Schlittenführungnasen anders ausgeführt als bei den folgenden Serien. Ebenso besitzt nur die PTB 540 Schlitzschrauben an den Griffschalen, während die PTB 660 und 784 dort Kreuzschlitzschrauben haben.

Die Grenzen Griffrücken - Griffstück, links PTB 540, mitte 660, rechts 784:


Linke Seite ohne Griffschale, bei PTB 540 andere Aussparung für Hahnfedergegenlager ( roter Pfeil ):


Rechte Seite ohne Griffschale, bei PTB 784 unten statt Steckbolzen ein Hohlspannstift ( roter Pfeil ):


Weitere Unterschiede zeigen sich, wenn man die Waffen zerlegt. So hat jede PTB eine etwas andere Schließfeder, bei der PTB 540 unterscheidet sich zu den anderen beiden PTB der Lauf, der Bereich oberhalb des Abzuges, hinter dem Ausstoßer ist eine Aussparung im Griffstück und die Verschußunterseite vom Patronenstoßboden hin zum Schlittenende ist flach ohne Absatz. Speziell bei der PTB 660 gibt es ein ab Werk nur bei dieser Baureihe zu findenes Magazin mit einer seitlichen Füllstandsanzeige, sowie der Variante mit 8 statt der üblichen 7 Schuß im Magazin.

Zerlegt, linke Seite, PTB 540 / 660 / 784:


Zerlegt, rechte Seite, PTB 784 / 660 / 540:


Technik:

An den Mündungen sieht man deutlich den Unterschied zum nicht versetzten massiven Stahllauf der PTB 540 und den tiefgesetzten Läufen der PTB 660 und 784. Die Laufsperren bestehen aus einer korkenzieherartig gedrehten, lauflangen Stahlplatte, welche kurz vor dem Patronenlager quer verstiftet ist.

Die Sperren enden bei jeder Ausführung 7 mm tief im Lauf vor der Mündung. Die Mündung hat bei der PTB 540 7 mm Durchmesser und bei den PTB 660 und 784 9 mm Durchmesser. Die Mündung der PTB 540 macht im Vergleich eindeutig den besten Eindruck.

Die Mündungsansichten, von links PTB 540 / 660 / 784:


Ein weiterer Unterschied zeigt sich zwischen der PTB 540 und den späteren Serien am Schlittenende an der Hahnaufschlagfläche, wo ab der PTB 660 über dem Schlagbolzen eine Aussparung ist.

Hier sieht man auch einen deutlichen konstruktiven Unterschied zum Vorbild PP: Während die Walther eine Walzensicherung hat, findet sich bei der IWG P 900 die bei Enser Sportwaffen häufig vorzufindene Konstruktion des eingezogenen Schlagbolzen.

Der Blick auf die Hinterteile, von links PTB 540 / 660 / 784:


Das Halbrunde ist jeweils der Schlagbolzen, das kleine Waagerechte links daneben ist der Stift des Sicherungshebel, der den Schlagbolzen beim Sichern einzieht, so daß der Hahn den Schlagbolzen nicht mehr erreichen kann.

Zur Sicherheit haben alle drei Baureihen noch einen Sicherheitsrast im Hahn.

Unterschiede gibt es auch bei den nicht zerlegbaren Magazinen, welche frei untereinander tauschbar sind. So haben die PTB 540 und 784 identische Magazine, während es bei der PTB 660 verschiedene Magazine mit seitlichen Füllstandsanzeigen un Geschoßform gibt, die dann auch noch in der Schußzahl zwischen 7 und 8 Schuß schwanken. Da ME die IWG P 900 mit Restbeständen an Waffen und Einzelteilen / Baugruppen übernommen und weitergefertigt hat, kommen bei der PTB 784 durchaus auch Magazine der alten Enser Fertigung PTB 660 vor.

Links PTB 540 / 784, Mitte PTB 660 8 Schuß, Rechts PTB 660 7 Schuß:


Fazit:

Die IWG P 900 ist wegen ihrer Materialwahl Zink im Abzugsgestänge nur bedingt für Silvesterorgien geeignet, aber wegen Größe, Gewicht, dem Sicherheitsrast im Hahn und der möglichen 8 Schuß zum Führen gut geeignet. Dafür spricht auch die hohe Zuverlässigkeit bei der von mir geführten Duotone IWG P 900, PTB 660, während die im Visier Special Nr. 8 getestete IWG P 900, PTB 660, als wenig zuverlässig ( am Schlitten hakenden Abzugsstange ) benotet wurde. Wer eine IWG P 900 führen möchte, sollte sie vorher unbedingt mit der zu führenden Munition testen.

Wer Walther-Klone sammelt, der kann sich über den Gebrauchtwaffenmarkt und wenige Restbestände bei örtlichen Händlern eine umfangreiche PP - Klonsammlung aufbauen, da alleine bei den PTB 660 viele Variationen zu finden sind.

Der Security - Pack mit einer PTB 660 ( auf der Verpackung die beiliegenden Leuchtkugeln ):


Die IWG P 900 Duotone, PTB 660, von 1995:

10
Testberichte - Gas, Schreckschuss & Salutwaffen / Revolver .380: Luger R 93
« am: Mai 29, 2013, 03:01:39 Vormittag »
Der Revolver Luger R 93 wurde von der tschechischen Firma Alfaproj für den Importeur Eduard Kettner hergestellt. Alfaproj wurde 1993 als tschechische GmbH gegründet und produziert seit Beginn nur Kurzwaffen, zur Zeit mit 140 Mitarbeiter, davon 100 Mitarbeiter in der Produktion. Als erstes Produkt wurden Schreckschußrevolver hergestellt, später folgen auf Basis der SSW scharfe Revolver von KK bis .38 Spezial.
Als zweitgrößter Kurzwaffenhersteller der Tschechei produziert Alfaproj inzwischen etwa 25.000 Revolver und Pistolen jährlich, weiter ist es Alfaproj gelungen, ihre Waffen als Dienstwaffen der Polizei in einigen Ländern zu etablieren.

Alfaproj sieht sich in der Tradition der Brünner Qualitäts-Waffenproduktion der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts.

Doch zurück zum hier vorgestellten Revolver Luger R 93. Dieser 3" Revolver wurde von verschiedenen Importeuren unter verschieden Namen importiert. Der Importeur Eduard Kettner hat dieses Modell, mit der Kettner eigenen Hausmarke "Luger" versehen, zweimal zugelassen, erstmalig mit der PTB 698, unter der es auch den Revolver als 4-Zöller gibt, und ein weiteres Mal unter der PTB 776 nur als 3-Zöller.

Der hier vorgestellte Revolver ist die letzte Zulassung als 3-Zöller. Im Gegensatz zu den 2" und 4" Revolvern, die Alfaproj mit gleichen Rahmen und Laufgestaltung aktuell auch scharf herstellt, wird der 3" Revolver in der Form nur noch als SSW herstellt, die scharfen 3-Zöller haben seiteiniger Zeit die Form eines gekürzten 4-Zöllers.

Lieferumfang bei Kettner, ein stabiler Karton mit Filztuch plus Waffe und Zubehör:


Vorbild: diverse Alfaproj-Revolver in Kalibern bis .38 Spezial

PTB: 776

Beschuß: 2001, tschechischer Beschuß ( in Deutschland anerkannt )

Kaliber: .380 K

Kapazität: 6 Schuß

Gewicht: 755 g

Länge: 205 mm

Höhe: 128 mm

Breite: 37 mm ( Trommel )

Alle Werte sind selbst ermittelt und stimmen mit den Angaben in der Gebrauchsanleitung bis auf das Gewicht überein, Kettner gibt als Gewicht 720 g an.

Verarbeitung

Wie jeder Alfaproj-Schreckschußrevolver, der es nach Deutschland geschafft hat, ist auch der Luger R 93 hochwertig verarbeitet, so sind Trommel, Abzug mit Mechanik und Hahn komplett auf Stahl. Einzig der Rahmen und der angesetzte Lauf mit der stählerne Laufsperre sind aus einer haltbaren Zinklegierung hergestellt.
Während die Stahltrommel in tiefen Schwarz daherkommt, ist die Brünnierung von Hahn und Abzug eher eine Braunierung, da beide Stahlteile einen leicht glänzenden Bronzeton aufweisen. Was bei dem R 93 nicht so ganz dazupasst, ist die Materialwahl der Griffschalen - einfacher, hohlklingender Kunststoff mit goldglänzenden Luger-"L" als Metalleinlage beidseitig. Der Griff sieht gut aus und liegt auch sehr gut in der Hand, fasst sich aber sehr billig an.

Die Laufmündung hat realistische 9 mm Durchmesser, während die Trommelmündungen nur 6 mm aufweisen - damit ist der Revolver deutlich als Schreckschuß zu erkennen.

Der Luger R 93 im Sandwich mit Mercury M 1 und M 2, linke Seite:


Die rechte Seite:


Hier sieht man die beiden verschliffenen Stahlstifte, die den Lauf mit dem Rahmen verbinden:


Technik

Der Luger ist ein Double Action Revolver mit Trommelentriegelung ala S&W, einer Fallsicherung ( Schlagplatte, die sich erst vor Schlagbolzen schiebt, wenn Abzug ganz gespannt ist ) und einem Abzug, der für einen Double-Action-Revolver sehr weich und leichtgängig ist.
Mit vorgespannten Hahn ( Single Action ) hat der Abzug einen minimalen Vorzugsweg und löst sehr leichtgängig ohne Druckpunkt aus.

Um das Jahr 2000 hat Alfaproj den Trommeltransport überarbeitet und stattet seitdem die Trommeln, statt mit einem gefrästen Transport, mit Transportstiften aus. Der Trommeltransport arbeitet völlig frei von jeglichen Spiel, einen Trommelfreilauf ( russisch Roulette ) gibt es nicht.

Der unterschiedliche Trommeltransport, links R 93 / 2001, rechts M2 / 1999:


Die vorgeschobene Platte der Fallsicherung bei Hahn / Abzug in SA-Rast:


Die Laufsperre besteht auch bei diesem Alfaproj aus der sogenannten "Bohrer"-Sperre. Wie beim 2-Zöller kommt auch bei diesem 3-Zöller noch Licht durch die Sperre, was auf einen relativ freien Lauf hindeutet ( läßt sich mit Pfeifenreinigern problemlos reinigen ). Da die brünierte Laufsperre 5 mm tief im Lauf in einer Spitze endet, ist unter normalen Lichtverhältnissen die Sperre nur schwer auszumachen.

Der Trommelspalt beträgt moderate 0,6 mm, der Laufeingang ist trotz beginnender Sperre relativ frei.

Der Laufeingang:


Die Laufmündung, von hinten angeleuchtet:


Schiessen

Da ich meinen Luger R 93 noch nicht geschossen habe, beziehe ich meine Aussagen zum Schiessen auf meinen Mercury M 1 von 2003 ( oben mit M 2 und R 93 abgebildet ), welcher bis auf die Lauflänge und Vernickelung identisch mit dem Luger ist.

An Silvester habe ich reichlich mit dem M 1 geschossen, ohne daß ich einen lahmen Zeigefinger bekam, am Trommelspalt spritzte seitlich fast nichts raus, dafür war das Mündungsfeuer schön groß. Auch wenn die Sperre für viele vielleicht ungewöhnlich und sehr dicht aussieht, tatsächlich ist der Lauf sehr durchlässig. Die abgeschossenen Hülsen ließen sich ohne Probleme auswerfen, geschossen habe ich mit PTS, UMA und Fiocchi.

Wer einen 6-Schüsser führen möchte, ist neben den 2-Zöllern von Alfaprojauch mit dem 3-zölligen Luger R 93 gut bedient. Sowohl in Größe und
ein Führen mit einem guten Holster ( Passformholster für S&W K-Rahmen passen sehr gut ) langfristig gut erträglich macht. Trommelspalt und Durchlässigkeit des Laufes garantieren eine Wirkstoffwolke vor dem Revolver.

Auch für unsere Silvesterfreunde ist er eine sehr gute Wahl, da er sehr langlebig gearbeitet ist und durch den sehr guten weichen Schloßgang trotz des etwas schmalen Abzugs lange Schußorgien ohne schmerzenden Zeigefinger ermöglicht. Pyros werden ebenfalls sicher gestartet.

Fazit

Wenn man von den billig anzufassenden Griffschalen absieht, ist der Luger R 93 eine empfehlenswerte und universell einsetzbare Alternative zwischen all den 2- und 4-Zöllern. Wem die Griffschalen dauerhaft nicht zusagen, der hat bei Alfaproj eine große Auswahl an preiswerten Griffschalen verschiedenster Materialien und Formen.

Der Luger R 93 in der Hand ( Handschuhgröße 9,5 ), deutlich zu sehen ist der Trommelspalt von 0,6 mm:

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Ich stelle hier meinen Revolver HS Undercover der H.S. Waffentechnik GmbH vor. Es handelt sich um einen DAO-Revolver mit "Safety Hammer".

HS Undercover


Vorbild: keines, aber Ähnlichkeiten mit S&W 640 und Taurus 85

PTB: 203/2

Beschuß: Suhl 1994

Kaliber: .380 K ( 9 mm R )

Kapazität: 5 Schuß

Gewicht: 650 g

Länge:170 mm

Breite: 36 mm ( Trommel )

Höhe: 112 mm

Trommelspalt: 0,9 mm

Lauflänge: 2 Zoll

Alle Werte sind selber ermittelt.

Rechte Seite:


Der HS Undercover ist fast baugleich mit ME 9 R, ME 380 Spezial, ME 38 Marshall, mit denen er die PTB-Zulassung teilt. Laut PTB-Liste ist die Cuno Melcher KG als Hersteller gelistet, so daß man davon ausgehen muß, daß ME für HS dieses Modell gefertigt hat.

Eine solche Zusammenarbeit zwischen beiden Firmen fand bis zum Erlöschen der H.S. Waffentechnik GmbH regelmäßig statt.

Mein HS Undercover ist glanzbrüniert mit braunen Kunststoffgriffschalen. Die Griffschalen tragen am oberen Ende den Bison von ME. Holzgriffschalen gab es für dieses Modell als Option.



An Beschriftung findet man linksseitig am Lauf schwach eingeschlagen UNDERCOVER, auf der Rahmenbrücke MADE IN GERMANY und unter der Trommel
vorm Abzugbügel die Beschußzeichen. Rechtsseitig auf dem Lauf den Nitrobeschuß, im Rahmen vor der Trommel das geflügelte HS-Zeichen, darunter, halb unter der Trommel die Kaliberangabe ( cal. 9 mm Knall ) und darunter der Kreis mit der PTB-Nummer. Alle Beschriftungen sind eingeschlagen und nicht, wie meistens üblich, mitgegossen.



Verarbeitung:

Der HS Undercover ist sauber verarbeitet, nirgends sind Formteilungsspuren zu finden oder Bearbeitungsspuren. Die Passungen sind fast auf Röhm-Niveau. Aus Stahl sind neben der Laufsperre nur der Hahn, Abzug, Trommelachse mit Transportstern und die innenliegende Mechanik.
Rahmen, Trommel und Lauf sind aus Zinkdruckguss.

Die Brünierung ( Beize ) ist glänzend poliert und sehr abriebfest ( Der Vorbesitzer hat den Revolver 12 Jahre ständig im Holster geführt, minimaler Abrieb an Laufmündung und Rahmenkanten. ).





Technik:

Wie man auf den Bildern sieht, ist der Hahn nicht zu sehen. Das liegt daran, daß der Hahn ohne Sporn ist und bündig mit dem Rahmen abschließt .
Der Revolver ist zum Führen in der Jackentasche gedacht.



Die Laufsperre ist eine senkrechte Platte. Sie ist im Normalfall nicht zu sehen, beginnt 1 cm hinter der Laufwurzel und endet 1 cm vor der Mündung.



Der Lauf ist dadurch sehr frei und gewährt einen direkten Blick auf den Stahlstoßboden mit Schlagbolzen.



Die Trommelbohrungen sind mit 20 mm recht tief, die Trommelsperre besteht aus einen stählernen Tetraeder, welcher nur wenig in die Bohrungen ragt. Die Trommelmündungen sind mit 7 mm nicht zu klein.



Die Abzugscharakteristik ist weich und gleichmäßig mit einem relativ leichtgängigen Abzugswiderstand ohne Druckpunkt. Der Abzugswiderstand läßt sich mittels einer Stellschraube an der Griffvorderseite einstellen.



Die Trommel dreht sehr präzise und ohne Spiel entgegen des Uhrzeigersinn. Ein Trommelfreilauf ist bei halbgezogenen Abzug in Transportrichtung möglich.

Die Trommelentriegelung erfolgt wie bei S&W. Der recht klobige Schieber wird in Richtung Trommel gedrückt und die Trommel zur linken Seite herausgeschwenkt.

Wenn die Trommel herausgeschwenkt ist, dann ist der Abzug und Hahn blockiert.

Der Hahn ist ohne jegliche Rast und schlägt nach erreichen eines 45° Winkels ab. Gezündet wird die Patrone durch einen gefedert gelagerten Schlagbolzen, auf welchen der Hahn schlägt.

Der Blick auf den Schlagbolzen bei halb betätigten Hahn:


Schießen:

Der Undercover liegt perfekt in meiner Hand ( Handschuhgröße 9,5 ), wie für meine Handgröße gebaut.



Bisher habe ich nur eine Trommelfüllung geschossen, dies aber ohne Probleme. Alle PTS-Patronen wurden sauber gezündet. Der Schlagbolzenabdruck war aber etwas schwach, was ein nicht sehr kraftvolles Zuschlagen des Hahnes vermuten läßt.

Seitenansicht bei halb betätigten Hahn:


Beim Schießen machte sich der relativ große Trommelspalt bemerkbar. Ein merklicher Teil des Mündungsfeuers spritzte beidseitig außen am Lauf vorbei.

Fazit:

Der HS Undercover ist ein zum verdeckten Führen konzipierter Verteidigungsrevolver, der qualitativ hochwertig gearbeitet ist und eine gute Abzugscharakteristik aufweist. Leider verhindert ein zu großer Trommelspalt den wirkungsvollen Einsatz. Der Schütze würde sich im SV-Fall zum Teil selbst eingasen.

Für den Sammler biete der relativ seltene Revolver ein paar nicht alltägliche Leckerbissen, wie den DAO-Hahn ohne Sporn, die Abzugsblockade bei ausgeschwenkter Trommel oder auch den einstellbaren Abzugswiderstand.

Ich hoffe, daß dieser Bericht ansprechend war.

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Testberichte - Gas, Schreckschuss & Salutwaffen / Revolver 9mm R: ALFA 4
« am: Mai 29, 2013, 02:49:07 Vormittag »
Der Alfa 4 ist ein Produkt aus dem Hause Alfaproj, einer oder, aus meiner Sicht des SSW-Liebhabers, der Schmiede für hochwertige und doch preiswerte Schreckschuß-Revolver. Ähnlich wie bei Weihrauch und Erma sind die Schreckschuß-Revolver bei Alfaproj nur eine Variante der in verschiedenen scharfen Kalibern hergestellten Revolver.

Der Alfa 4 wurde von Alfaproj für Umarex gefertigt, was an den Kennzeichnungen der Waffe ersichtlich ist.



ALFA 4

Vorbild: diverse scharfe Alfaproj-Revolver

PTB: 593

Beschuß: 1995 in Tschechien

Kaliber: 9 mm R ( .380 K )

Trommelkapazität: 6 Schuß

Lauflänge: 102 mm ( 4 Zoll )

Gesamtlänge: 225 mm

Höhe: 128 mm

Breite: 36 mm ( Trommel )

Gewicht: 800 g



Verarbeitung

Die Verarbeitung des Alfa 4 möchte ich auf einem Niveau mit Weihrauch ansiedeln. Es gibt keine Formteilungs- oder sonstige Bearbeitungsspuren, die gesamte Waffe ist exellent verarbeitet mit perfekten Passungen. Die Trommel, der Abzug, Abzuggestänge und der Hahn sind aus Stahl. Der Rahmen mit Lauf ist aus Zinkdruckguss. Den Unterschied zwischen den Stahlteilen und den Zinkteilen ist farblich deutlich erkennbar, da die Stahlteile tiefschwarz seidenmatt brüniert und die Zinkteile in einem anthrazitfarbenen Ton matt gebeizt sind.

Der Griff besteht aus zwei Holzschalen mit Fischhautverschnitt und eingelegten, vergoldeten "Umarex"-Emblemen.

Linksseitig ist unter der Trommel die Seriennummer, Beschußzeichen und unter dem Trommelschieber "Umarex" eingeschlagen. Alle anderen Beschriftungen sind mitgegossen worden.

Die Laufventilierungen sind nur angedeutet.



Der Trommelspalt ist mit 0,4 mm noch im brauchbaren Bereich und auf Augenhöhe mit Röhm-Revolvern.



Der Blick in den Laufeingang zeigt die Laufsperre, welche nur eine waagerechte durchgehende Platte ist. Dadurch ist der Lauf ziemlich frei und läßt sich gut reinigen. Die Sperre endet 5 mm vor dem Laufende in einer abgerundeten Nase, welche bei guten Licht deutlich zu sehen ist. Unter der Sperre ist beim folgenden Bild der Schlagbolzen sichtbar.



Der Blick in die Mündung zeigt die gute Durchgängigkeit des Laufes und die vorhandene Laufverengung, die nach 10 mm mit dem Ende des Gewindes
beginnt. Die Mündung hat realistische 9 mm Durchmesser, die der Trommelmündungen leider nur 6 mm.



Schaut man in die Trommel, dann erkennt man die Verengungen der Trommelbohrungen von 9 auf 6 mm. Eine weitere Sperrmaßnahme ist nicht vorhanden. Mit einer Patronenlagertiefe von 18 mm passen auch die Gaspatronen mit Plastikkappe in die Trommel.

Der Trommeltranport ist bei diesem ersten Modell der importierten Alfaproj-Revolver noch aus dem Vollen gefräst und nicht wie bei den aktuellen Mercury und Geco aus vorstehenden Bolzen.



Der Stahlhahn schlägt auf eine stählerne Platte, die wiederum auf den Stahlschlagbolzen schlägt. Da sich diese Platte erst beim Spannen des Hahns vor den Schlagbolzen schiebt, ist gewährleistet, daß sich kein Schuß löst, wenn der Revolver mal auf den Hahn fallen sollte.

Funktion

Die sehr hohe Qualität macht sich auch bei der Funktion des Alfa 4 bemerkbar. Der Schloßgang ist in Double- und in Single-Action ein Gedicht - butterweich, leichtgängig, ohne irgendein Hakeln oder Schaben - einfach wie man sich einen Revolverschloßgang wünscht!

Es gibt kein Spiel bei irgendeinem Bauteil, alles ist in erstklassiger Passung gefertigt.



Der butterweicheSchloßgang kommt von der tief angesetzten Hahnfeder, die nicht einfach zusammengedrückt wird, sondern beim Spannen des Hahn auch eine Bewegung nach unten macht.

Da mein Alfa 4 bisher als ungeschossenes Schmuckstück in der Vitrine mir meine Sammlung veredelt, kann ich zum Schiessen damit nichts sagen.
Aber aufgrund der Aussagen anderer Besitzer von Alfaproj-Revolvern ist davon auszugehen, das dieser Revolver praktisch für die Ewigkeit gemacht ist.

Fazit

Wer einen Schreckschußrevolver in erstklassiger Qualität in Verarbeitung und Haltbarkeit sucht, der wird bei Alfaproj fündig. Der Alfa 4, der auch als Alfa 2 mit 2 Zoll Lauf gefertigt wurde, ist hervorragend für Silvesterabende und auch zur Selbstverteidung geeignet. Die Ersatzteillage ist durch Alfaproj und die, bis auf den Trommeltransport, identischen aktuellen Modelle gesichert.

Die aktuellen Modelle sind der Mercury M1 Lightning und der Mercury M2 Thunder, im Prinzip dasselbe Modell, nur mit modifizierten Trommeltransport, einer aufwändigeren Laufsperre und anderen Griffschalen.

Vogelspinne

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Testberichte - Gas, Schreckschuss & Salutwaffen / Pistole 9mm: Walther P99
« am: Mai 29, 2013, 02:33:17 Vormittag »
Nachdem Walther in Ulm in den 70er Jahren als letzte Dienstwaffe die aus der Walther P 38 herausentwickelte P 5 als Polizeipistole in einigen Bundesländern etablieren konnte, versuchte man in Ulm in den 80ern als nächste Generation einer Polizeipistole eine Vollmetallpistole mit doppelreihigen Magazin zu entwickeln. Das Ergebnis hieß Walther P 88.

Leider war dieses Modell fertiggeworden, als gerade alle in Frage kommenden Dienststellen ihre Wahl für eine neue Dienstwaffe getroffen hatten und kein aktueller Bedarf für eine neue Dienstwaffe bestand. Die Folge daraus war, daß die P 88 auf dem Markt floppte und das traditionsreiche Haus Walther unter anderen deswegen finanziell vor dem Ende stand.

So begann ein ein Wettstreit etablierter Hersteller, wie zum Beispiel Steyr, um die Übernahme von Walther, welcher 1993 erstaunlicherweise von einem Unternehmen gewonnen wurde, das niemand auf der Liste hatte: Umarex in Arnsberg, ein Hersteller und Importeur von in erster Linie freien Waffen wie Schreckschußwaffen, Co2- und Druckluftwaffen und deren Zubehör.

Umarex übernahm 90 % von Walther, während die restlichen 10 % bei der Familie Walther verblieben.

In Arnsberg nutzte man umgehend die freie Verfügbarkeit des Markennamen "Walther" und bald hießen alle möglichen, und teils auch unmöglichen, freien Waffen "Walther".

Aber man hatte auch eine gute Übersicht für den neu betretenen Behördenmarkt und entwickelte umgehend und in sehr kurzer Zeit eine neue Dienstpistole nach den neuesten Richtlinien, bei der man in der Materialwahl modernen Pistolen wie zum Beispiel den Modellen von Glock folgte.

Schon im März 1995 konnte das Ergebnis vorgestellt werden:

Die neue Walther P 99, eine moderne innovative Dienstwaffe mit doppelreihigen Magazin, Kunststoffgriffstück und ohne manuelle Sicherung, dafür aber mit einem "Sicherheitsabzug", der gleichbleibend jeden Schuß mit einem Abzugsgewicht von 4000 g auslöst. Die angebotenen Kaliber sind 9x19 mm Para für den deutschen, und .40 S&W für den amerikanischen Markt. Inzwischen haben einige Bundesländer die P 99 als Polizeidienstwaffe angeschafft.

Das Vorbild Walther P 99, 1. Generation:


1996 startete die Serienproduktion der P 99 und im gleichen Jahr war auch die Schreckschußversion für den Markt freier Waffen fertig und in Produktion.

Vom Timing her war dies ein Glanzstück, leider war die Umsetzung als Schreckschußpistole eher primitiv als innovativ. So fanden sich in der ersten Baureihe der Schreckschuß P 99 mit der PTB 637 Dinge wie ein Schlagbolzen aus Zinkdruckguß, statt des Schlagbolzenschlosses des Vorbildes ein interner Schlaghahn, usw..

Mit der PTB 762 wurde die P 99 in einigen Bereichen überarbeitet, was der Haltbarkeit förderlich war.

Die hier vorgestellte Walther P 99 ist eine der verbesserten P 99 mit PTB 762.

Seitenansicht links:


Technische Daten:

Vorbild: Walther P 99, 1. Generation, Kaliber 9x19 mm, 16-schüssig

PTB: 762

Beschuß: AC = 2002 in Köln

Kaliber: 9 mm PAK

Kapazität: 15 Schuß ( alte PTB 637: 16 Schuß )

Länge: 180 mm

Breite: 32 mm ( mit Schlittenfanghebel )

Höhe: 137 mm ( mit Magazinschuh )

Gewicht: 656 g

Alle Werte sind selbst ermittelt.

Rechte Seite:


Die Walther P 99 wird mit brünierten ( gebeizt ) und matt vernickelten Schlitten sowie mit schwarzen und beigefarbenen Griffstück angeboten.
Darüber hinaus gab / gibt es diverse Sondermodelle mit titanisierten, aluminisierten und vergoldeten Schlitten, sowie Griffstücke in Fleckentarn- und Carbonoptik.

Weiterhin gibt es limitierte Auflagen mit geschlitzten Schlitten und verschiedenen Beschriftungen.

Die hier vorgestellte P 99 ist das Standartmodell mit matt vernickelten Schlitten. Sie hat bisher 30 Schuß mit UMA 9 mm PAK hinter sich.

PTB, Seriennummer, Kaliberangabe ( Beschußzeichen sind im Griffstück unter PTB eingeprägt ):


Verarbeitung

Auf den ersten Blick sieht die P 99 ordentlich verarbeitet aus,weist aber kleinere Unterschiede zum scharfen Vorbild, wie zum Beispiel Form des Schlittenfanghebels, auf. Auch der wechselbare Griffrücken, mit dem sich das Griffstück auf die Handgröße des Schützen anpassen läßt, ist im Unterschied zum scharfen P 99 - Neopren-Griffrücken aus einfachen Kunststoff.

Die großen Unterschiede sieht man, wenn man den Schlitten abnimmt. Im Innern sieht man sofort den größten Unterschied zum Vorbild, den internen Hahn aus blanken Zinkdruckguß. Der Hahn fällt konstruktionsbedingt recht kurz und massig aus und liefert eine nur schwache Schlagkraft.

Der Hahn:


Der Patronenstoßboden ist wie das Meiste an dieser Waffe aus puren Zinkdruckguß. Andere Teile sind aus Kunststoff, was auch weitestgehend völlig in Ordnung geht - Griffstück, Kimme, Korn, Entspanndrücker, Abzug und Schlittenende sind aus dem Material.

Aus Stahl sind neben dem Schlagbolzen natürlich die Federn, Steckbolzen und der Schlittenfanghebel.

Was nicht so schön ist, sind Verarbeitungsmängel der Vernickelung im Inneren und sichtbare Nähte von den Grußformen an Kunststoffteilen wie
Griffstück und Abzug. An den unteren Schlittenkanten sind deutlich sichtbar ungenügend entfernte Gußnasen, was bei einer Schreckschußwaffe dieser Preisklasse eigentlich garnicht vorkommen sollte.

Der Patronenstoßboden mit ersten Macken um das Schlagbolzenloch ( Verkupferung unter Nickel schaut durch ):


Im Griffstück eingelassen ist der Zinkblock mit Lauf, Patronenlager und Halterung für Abzug, Magazinhalter und Federführung. Nur durch das Abzugsgestänge verbunden sitzt im hinten Ende des Griffstückes die Einheit mit Hahn, Ausstoßer und Unterbrecher.

Der Lauf besteht aus einem inneren "Strohhalm"-Lauf mit einem äußeren Zinkmantel. Durch Einquetschung des inneren Laufes im ersten Drittel und
der Sternsperre ist der Lauf relativ dicht und läßt sich auch mit Pfeifenreinigern nicht durchgehend reinigen.

Laufdurchlässigkeit:


Die Mündung sieht wegen der deutlich sichtbaren Laufsperre und dem, für eine 9 mm Pistole, mickrigen Durchmesser von nur 7 mm bescheiden aus.
Die Sperre endet 5 mm tief im Lauf in einer mittigen Spitze.

Die Mündung:


Eine ebenfalls durchaus fragwürdige Konstuktion ist der gefederte Auszieher, welcher in Zinkdruckguß, mit einer kleinen eingegossenen Stahlkralle an der Spitze, gefertigt ist.

Die Auszieherspitze:


Mängel in der Vernickelung der Schlitteninnenseite / Befestigung des eingesteckten Kunststoffkorns mit kleinen Spreizkeil aus Stahl:


Gut zu sehen sind die halbrunden Reste der Gußnasen. Hier wurde offensichtlich bei der Nachbearbeitung des Spritzgusses gespart.

Technik

Die scharfe P 99 hat einen verriegelten Browning-Verschluß und ein Schlagbolzenschloß mit immer gleichbleibenden Abzugswiderstand. Die Schreckschuß P 99 hat wie alle Schreckschüsser einen unverriegelten Masseverschluß, und ein DA-/ SA-System mit internen Hahn.
Dadurch hat der erste Schuß bei entspannten Hahn in Double Action einen Abzugswiderstand von 4180 g, während die folgenden Schüsse in Single
Action erfolgen und einen Abzugswiderstand von 3780 g haben ( Angaben aus Visier Special Nr. 8 ).

Ein weiterer Unterschied zum scharfen Vorbild ist die Unmöglichkeit, von außen zu erkennen, ob der Hahn ge- oder entspannt ist. Das Vorbild hat
am Schlittenende dafür eine Öffnung, wo man bei gespannten Schlagbolzen das rot gefärbte Schlagbolzenende sehen und ertasten kann.

Bei der Schreckschuß P 99 kann man es nur erfühlen, in dem man vorsichtig den Abzug betätigt.

Hat der Abzug gleich zu Beginn einen deutlichen Widerstand, ist der Hahn entspannt, bei Leichtgängigkeit des Abzuges ist der Hahn gespannt - das ist für eine Waffe ohne manuelle Sicherung eine sehr unsichere Konstruktion, die nur noch durch den Entspanndrücker getoppt wird.

Der Entspanndrücker drückt bei Betätigung mit einer kleinen Nase auf das Abzugsgestänge, wodurch der gespannte Hahn ausgelöst wird. Der Hahn
schlägt nun Richtung Schlagbolzen und wird kurz vor den Schlagbolzen von der wirklich schmalen Kante des gedrückten Entspanndrückers gestoppt.
Hat man aber den Entspanndrücker nur kurz gedrückt und nicht gedrückt festgehalten, entpuppt sich der Entspanndrücker als 2. Abzug!

Das kann durch die ungewollte Schußabgabe gesundheitsschädlich bis hin zu unter Umständen lebensgefährlich sein!

Schlagbolzenende und Entspanndrücker ( vorne Stopkante und hinten rechts Auslösenase ):


Der stählerne Schlagbolzen hat zum Schutze des Hahnes eine breite Aufschlagfläche. Wegen der schwachen Schlagkraft der internen Hahnes konnte der Schlagbolzen nicht fliegend ausgeführt werden, was beim einem Sturz der fertiggeladenen Waffe unter Umständen dazu führen kann, das der entspannte Hahn dem Schlagbolzen einen ausreichenden Impuls gibt, um die Patrone im Patronenlager zu zünden.

Zum Zerlegen wird bei der scharfen P 99 der Zerlegeschieber nach unten rausgezogen. Bei der Schreckschuß P 99 ist der Zerlegeschieber rechtsseitig nur ein Fake. Nach Entnahme des Magazins muß man die linke Hälfte des Zerlegeschiebers nach links rausziehen, dabei muß der Schlitten unter Spannung mit der Aussparung genau vor den Zerlegehebel festgehalten werden.

Zerlegehebel im Griffstück:


Nach Entfernen des Zerlegehebel wird der Schlitten bis zum Anschlag nach hinten gezogen, hinten angehoben und nach vorne vom Lauf geschoben.

Nun die Federführungsstange aus Zink mit Schließfeder und Gegenlager aus dem Griffstück nehmen. Weiter sollte man die P 99 auch nicht zerlegen.
Zum gründlichen Reinigen nach dem Schiessen und Fetten / Ölen ist es auch ausreichend.

Die zerlegte P 99:


Schiessen

Die P 99 schiesst zuverlässig fast alle Sorten Munition. Störungen treten nur bei Patronen mit harten Zündhütchen und bei höherer Schußbelastung durch Verschleiß auf.
Bei mehr als etwa 200 - 300 Schuß Lebensleistung kann es passieren, daß Zuführstörungen durch den dann stark gerieften Patronenstoßboden auftreten. Außerdem fängt ab etwa der Schußbelastung es an, daß der Hahn nicht immer nach dem Schuß gespannt bleibt und der Abzug dadurch von Schuß zu Schuß zwischen SA und DA hin- und herspringt, sowie manchmal die Waffe doppelt, also mit einmal Abdrücken 2 Schüsse in Folge abgegeben werden.

Diese Verschleißerscheinungen treten allerdings sehr weit gestreut auf. Manche P 99 schaffen auch 1.000 Schuß und mehr, ohne daß verschleißbedingte Störungen auftreten. Solche Exemplare dürften aber eine Ausnahme darstellen, da bei mehreren P 99 beider PTB-Zulassungen in meinen Händen bisher immer ab 200 - 300 Schuß Lebensleistung die ersten verschleißbedingten Störungen auftraten.

Während die scharfe P 99 aufgrund ihrer innovativen Bauart über einen sehr kurzen Repetierweg verfügt, hat die Schreckschuß P 99 wegen ihres
nicht so innovativen System bauartbedingt einen etwa doppelt so langen Repetierweg, was man gut sehen kann, wenn der Schlitten im Schlittenfang
steckt.

Schlitten im Schlittenfang:


Fazit

Die Schreckschuß Walther P 99 ist eine relativ kompakte und leichte Pistole mit großer Magazinkapazität, was sie eigentlich prädestiniert, um an Silvester viel Spaß zu haben oder die ordentliche Feuerkraft in einem der vielen Passformholster für die Selbstverteidigung zu führen.

Das "eigentlich" deshalb, weil die P 99 tatsächlich durch ihre Konstruktion und teils auch Materialwahl eine unsichere, unter Umständen sogar gefährliche Schreckschußpistole ist, die einen erfahrenen und besonnen Nutzer erfordert.
Konstruktionsfehler wie der Entspanndrücker, der bei unkonzentrierter Benutzung einen Schuß auslöst, die Unmöglichkeit, sicher den Ladezustand
festzustellen, sind Dinge, die bei keiner Waffe vorhanden sein dürfen!

Die kleinen äußerlichen Unterschiede zum scharfen Vorbild kann man vernachlässigen, auch wenn sie bei einem Hersteller, der auch das scharfe Vorbild herstellt, eigentlich unverständlich sind.
Schlechter sind allerdings Verarbeitungsmängel, die sich beim Zerlegen zeigen, sowie die Verschleißfreudigkeit, die sehr oft zu Störungen und frühzeitigen Generalüberholungen im Werk führen. In der Preisklasse jenseits der 150 Euro darf so etwas nicht mehr vorkommen.

Wegen der genannten Mängel halte ich die P 99 nur für die Vitrine als hübsches Ausstellungsstück geeignet.

Wer die P 99 nutzen möchte, der benötigt dafür ein hohes Verantwortungsbewußtsein, ruhiges Blut und die ständige im Kopf abgespeicherte Kenntnis des Ladezustandes, um Unfälle zu vermeiden.
Ich finde es sehr schade, denn Umarex hätte mit der P 99, wenn sie annähernd wie die scharfe P 99 umgesetzt worden wäre, die Schreckschußwaffe konstruieren können.

Zum Schluß die Walther P 99 in der Hand ( Handschuhgröße 9,5 ):

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Das Vorbild für die Valtro mod. 98 Civil ist die 1991 erschienende Beretta 92 FS Centurion, ein Zwitter aus Full-Size- und Compact-Ausführung der Beretta 92 FS ( gekürzter Lauf und Schlitten, jedoch Full-Size-Griffstück mit den üblichen 15 Schuß 9 x 19 mm Para ).
Kurz nach dem Erscheinen der Centurion legte Valtro ihre Interpretation der Centurion als mod. 98 Civil vor, die seit ca. 1992 als erste Valtro mit PTB in immer wieder erneuerten PTB-Zulassungen, zuerst von ME und heute von Simbatec, importiert wird.

Das Vorbild Beretta 92 FS Centurion:


Die Valtro mod. 98 Civil:


Vorbild: Beretta 92 FS Centurion in 9x19 mm Para

PTB: 518

Beschuß: 1. BC = 1993 / Italien, 2. KD = 1993 / Köln

Serienummer: C18694

Kaliber: 9 mm PAK

Kapazität: 11 Schuß

Gewicht: 1100 g

Länge: 203 mm

Höhe: 136 mm

Breite: 38 mm ( breiteste Stelle Schlittenfanghebel - rechter Sicherungshebel )

Alle Werte sind selbst ermittelt, die Centurion hat 4 Schuß mehr im Magazin und 150 g Gewicht weniger als die Civil, sonst sind die Werte übereinstimmend.

rechte Seite:


Verarbeitung

Die Valtro mod. 98 Civil ist eine etwas grobschlächtig gefertigte Waffe, die in den Ausführungen brüniert, verchromt ( ältere Modelle ), vernickelt ( neuere Modelle ) mit Kunststoffgriffschalen oder Holzgriffschalen, sowie in den seltenen Versionen vergoldet und schwarzverchromt, jeweils nur mit Holzgriffschalen, gefertigt wurde / wird.

Die hier vorgestellte Civil ist die allererste verchromte Version mit Kunststoffgriffschalen. Wie eigentlich bei allen Valtros findet sich auch bei diesem Modell wenig Stahl und viel massiver Zinkdruckguß. Außer dem Innenlauf mit der Laufsperre, dem Schlagbolzen, einiger Federn und Schrauben, Ausstoßer und dem Auszieher ist der Rest Zink. Der einzige Kunststoff findet sich als Griffschalen wieder.

Die verchromte Oberfläche ist sehr rauh und sieht nach einem Feinsandguß aus. Die brünierten ( gebeizten ) Bedienteile hingegen haben glatte
Oberflächen. Wenn man von einigen gruseligen Spaltmaßen und dem wenig vorhandenen Stahl absieht, ist die Verarbeitung eigentlich ganz gut -
nichts klappert und alles wirkt sehr stabil.

Das Magazin könnte von der Miami stammen, so ähnlich ist es - brüniertes Stahlblech als Magazinkörper mit 3 Füllstandsfenstern vorne, einem Kunststoff- Magazinboden und -Zubringer. Sogar die Magazinlippen besitzen die gleiche Scharfkantigkeit! Da heißt es beim Aufmunitionieren
vorsichtig sein, damit man hinterher nicht viele kleine Schnitte in derHornhaut hat.

Alle Beschriftungen der Waffe sind eingeschlagen, kurios ist die Tatsache, daß diese Valtro trotz anerkannten italienischen Beschuß nochmals einen deutschen Beschuß bekommen hat. Alle Beschriftungen finden sich da, wo beim Vorbild auch die entsprechenden Beschriftungen zu finden sind.

Was allerdings unschön gelöst wurde, ist die Konstruktion des Schlitten, welcher zweiteilig ist und im Verschlußbereich eine Art 4 mm hohen "Tunnel" nach hinten besitzt. Der Schütze bekommt bei jedem Schuß etwas vom Pulverdreck ( bei Gaspatronen reichlich Wirkstoff! ) auf seine Hand gepustet.

Der "Tunnel"( umrahmt ) bei Schlitten im Schlittenfang direkte Sicht auf die Zuführrampe:


Hier bei geschlossenen Schlitten:


Ich denke, man kann sich vorstellen, wie die Hand nach einer ausgiebigen Silvesternacht aussieht.

Unschön ist ebenfalls der zweiteilige Schlitten im Mündungsbereich, was beim Lauf zu der seltsamen flachen Laufunterseite führt.

Der Schlitten von vorne, schön zu erkennen die Zweiteilung mit flacher Laufunterseite:


Der Schlitten von vorne mit Schlitten im Schlittenfang, der relativ freie Lauf ist gut zu erkennen ( ausgeleuchtet ):


Von der Seite - Schlitten im Schlittenfang:


Technik

Die Valtro mod. 98 Civil besitzt einen DA / SA Abzug, der Hahn hat keinen Sicherheitsrast, dafür wird beim Sichern mittels der beiden leichtgängigen Sicherungshebel durch die Sicherungswalze der fliegende Schlagbolzen in den Verschluß gezogen und ist von Hahn nicht mehr erreichbar, weiterhin wird der Abzug vom Gestänge entkoppelt. Die Laufsperre ist eine lauflange senkrechte Stahlplatte, die in einer mittigen runden Nase 7 mm tief in der Mündung endet und nach einigen Schüssen kaum noch zu sehen ist. Unter dem Lauf sitzt die Schließfeder auf einer Führungsstange aus Zink. Die stählerne Ausziehkralle sitzt in Schußrichtung etwa auf 2 Uhr, ist gefedert gelagert und arbeitet sehr zuverlässig.

Nach dem letzten Schuß hebt eine Nase am Zubringer des Magazins den Schlittenfanghebel hoch und der Schlitten wird zuverlässig vor Erreichen des Magazins arretiert. Das Magazin wird links am Griffstück auf der Höhe der Abzugsbügel von einem Magazinhalteknopf aus Zink gehalten. Bei Drücken des Knopfes fällt das Magazin selbständig raus. Der Magazinhalteknopf wird neben den Führungen im Griffstück auch durch die Griffschalen gehalten - deshalb nie bei abgenommenen Griffschalen den Magazinhalteknopf betätigen.

Wer es trotzdem wagt, sucht den Halteknopf mit weggefallener Feder und darf die nächsten Minuten bis Viertelstunden geduldig versuchen, die Feder hinter dem Halteknopf zu fixieren und dabei den Halteknopf gleichzeitig in die Führungen am Griffstück einzufädeln ( ich brauchte dafür entnervende 20 Minuten ).

Der Schlagbolzen hat eine kleine Aufschlagfläche, weshalb sich der Schlagbolzen langsam aber sicher in den Hahn einarbeitet.

Blick auf den Schlagbolzen:


So sieht der Hahn nach ca. 350 Schuß aus:


Zerlegen

Da bei der Valtro mod. 98 Civil das Zerlegen relativ ungewöhnlich ist, gehe ich hier gesondert darauf ein. Der Zerlegehebel des Originals ist bei der Civil nur ein im Griffstück mitgegossener Fake.

Zum Zerlegen muss man nach dem Entladen die Waffe entsichern, danach drückt man unter der Mündung das Schlittenstück ein wenig ein und schiebt den brünierten Schieber von links nach rechts aus dem Schlitten:


Danach kann man das von der Schließfeder herrausgedrückte Schlittenstück entnehmen:


und den Schlitten nach etwas Zurückziehen vom Griffstück nehmen, schön zu sehen ist hier auch der Gummiring auf der Schließfederstange als Puffer für den Schlittenanschlag ( ohne gibt es schnell Schlittenbruch ):


Der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Nach einigen Mal Zerlegen dauert es nicht viel länger als bei anderen Waffen.

Schiessen

Wenn man von der schmutzigen Hand und den scharfkantigen Magazinlippen absieht, ist das Schiessen ein sehr erfreuliches Thema, denn die Civil
schiesst sehr zuverlässig mit allen möglichen Munitionssorten. Durch den relativ freien Lauf hat man ein schönes großes Mündungsfeuer. Da der Abzug in Single Action praktisch ohne Vorzugsweg sehr direkt mit einem Druckpunkt auslöst, sind sehr schnelle Schußfolgen möglich. In Double Action ist der Abzug gleichmäßig leichtgängig ohne Druckpunkt.

Bei größeren Schußfolgen muß man sich aber auch auf extreme Verschmutzungen in der Waffe einstellen, bedingt durch diese "Tunnel"-Konstruktion unter dem Verschluß.

Die Civil in der Hand ( Handschuhgröße 9,5 ):


Fazit

Die Valtro mod. 98 Civil ist ein weiterer Beretta-Klon, einer der die Centurion-Variante der 92 FS imitiert. Dies gelingt mit Abstrichen, was den einen oder anderen Sammler abschrecken könnte. Für die Vitrine machen sich die Gold- und Schwarz-Chrom-Varianten gut.

Für Silvester hingegen sind die Chrom-, bzw. Nickel-Ausführungen ganz brauchbar. Wegen der starken Hand- und Waffenverschmutzung sollte man sich überlegen, ob man das in Kauf nimmt und dann eine preiswerte und sehr zuverlässig schiessende "Silvesterhure" sein eigen nennt. Solange der Puffer auf der Schließfederführungstange vorhanden ist, kann man von einer ähnlichen Haltbarkeit wie die der Miami ausgehen.

Zum Führen ist diese Waffe überhaupt nicht geeignet, da größere Mengen eines Gaswirkstoffes Richtung Schützen ausgeblasen würden und dieser
Klotz einfach zu groß und zu schwer dazu ist.

Zum Abschluß noch der Lieferumfang bei der Valtro ( plus eines Ersatzteilsets, welches ich damals vom Händler dazubekommen habe ):

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Das Vorbild für die Valtro mod. 8000 F.S. ist die Beretta 8000 F Cougar, welche 1994 von Beretta als mehr kompakte Alternative zur Beretta 92 auf den Markt gebracht wurde. Konzipiert ist die Cougar für den Einsatz bei Polizei und Zoll, sowie für den Privatschützen.

Als erste Version wurde die Cougar im damals neuen Kaliber .40 S&W mit 11-Schuß-Magazin ( 8040 F ) angeboten, später folgten Versionen in den Kalibern 9 x 19 mm Para (.15 Schuß / 8000 F ), .357 SIG ( 11 Schuß / 8357 F )und .45 ACP ( 8 Schuß / 8045 F ).

Weitere Versionen sind Cougar mit DAO-Abzug ohne Sicherung oder nur mit Entspannvorrichtung oder die Mini-Version mit gekürzten Griffstück und
Magazin.

Die Valtro orientiert sich an der ursprünglichen Beretta Cougar in .40 S&W mit doppelseitiger Entspannsicherung, wobei die Modellbezeichnung 8000 F.S. eher zur 9 x 19 mm Para Version passt.

Das Vorbild Beretta 8000 F:


Die Valtro mod. 8000 F.S. ( rechts das verchromte Modell mit PTB 689, links das vernickelte Modell mit PTB 848 ):


Wie man sehen kann, ist die Valtro sehr dicht am Vorbild, einzig im Gewicht weicht die Valtro etwas vom 770 g schweren Vorbild ab.

Vorbild: Beretta 8000 F Cougar / 8040 F Cougar

PTB: 689 / 848

Beschuß: BH = 1996 / CC = 2008 - italienischer Beschuß, von Deutschland anerkannt

Kaliber: 9 mm PAK

Kapazität: 11 Schuß

Gewicht: 961 g / 964 g

Länge: 180 mm

Breite: 38 mm an den Sicherungsflügeln / 35 mm an den Griffschalen

Höhe: 138 mm

Alle Werte sind selbst ermittelt und stimmen relativ genau mit den Angaben aus der Gebrauchsanleitung überein.

Die rechte Seite:


Verarbeitung

Die Valtro mod. 8000 F.S. wird außer den hier vorgestellten Versionen verchromt ( ältere Version ) und velourvernickelt ( neue Version ) auch brüniert ( gebeizt ), vergoldet ( sehr selten ) und in der füheren Version auch in einer verchromten bronzefarbenen Variante ( Schwarzchrom ) angeboten. Für zumindest die ältere Version wurden auch Holzgriffschalen abgeboten, sonst haben alle 8000 F.S. die den Cougar-Griffschalen sehr ähnlichen schwarzen Kunststoffgriffschalen.
Auch die Beschriftungen und Stempelungen orientieren sich eng am Vorbild.

Früher von ME importiert ( ältere Version ), werden die Valtros heute von Simbatec importiert. Außerhalb Deutschlands wird die Valtro mod. 8000 F.S. auch als 19-schüssige 8 mm Knall-Variante, sowie als 11-schüssige .35 Knall-Variante angeboten.

Die Verarbeitung ist für eine Italienerin gut und ist, wenn man von einigen kleineren Unsauberkeiten unter den Griffschalen zum Beispiel absieht, auf aktuellen Umarex und ME Niveau.

Während die ältere Version mit PTB 689 noch eine etwas "grobporige" Oberfläche im verchromten Guß aufweist, ist die aktuelle Version mit PTB 848 glatt wie ein Baby-Popo. Obwohl meine velourvernickelte 8000 F.S. ein 2. Wahl-Exemplar ist, sind die minimalen Fehler in der Vernickelung am Schlitten vergleichbar mit dem, was man an aktuellen normalen ME-SSW findet - also nur Kleinigkeiten.

Unter der äußeren Schale finden sich dann schon ein paar Unreinheiten wie Gußgrate, was aber der Funktion keinerlei Abruch tut.

Der Schlitten ist massiv Zinklegierung, der Patronenstoßboden hat keine Stahleinfassung und der Hahn ebenfalls nicht. Der Lauf ist wie bei vielen SSW ein Stahlinnenlauf mit einem Zinkaußenlauf. Die Laufsperre ist in beiden Versionen eine senkrechte lauflange Stahlplatte, welche den Lauf schön frei läßt. Nur in der Mündung unterscheiden sich die Sperren: Bei der älteren PTB 689 läuft die Sperre in einer schlanken Spitze aus, die 3 mm tief in der Mündung endet; bei der aktuellen PTB 848 endet die Sperre in einer dickeren, rundlichen Spitze, welche 5 mm tief in der Mündung liegt.

Aus Stahl ist der Schlagbolzen, die gefederte Ausziehkralle und der gefederte Arretierschieber für den Zerlegehebel aus Zink sowie einige Schrauben und Stifte, die Sicherungshebel und der Abzug sind aus Kunststoff und die Abzugsstange aus Zink.

Das zerlegbare Magazin besteht aus Stahlblech mit Zuführer und Boden aus Kunststoff und ist mit dem Magazin der Valtro mod. 98 Civil identisch.

Die Verarbeitungsqualität ist bei der Valtro mod. 8000 F.S. entgegen dem Trend mit steigender PTB-Zulassung besser geworden.

Die zerlegte Valtro, man achte auf das Griffstück, welches fast nur ein Gerüst ist:


Der Zerlegehebel, darunter als Punkt erkennbar der Arretierstift, alles exakt wie bei der Beretta Cougar:


Die Mündungen der beiden 8000 F.S. ( links PTB 689, rechts PTB 848 ), deutlich der Unterschied in der Oberflächenbeschaffenheit:


Der relativ freie Blick durch den Lauf der PTB 848:


Dasselbe bei der PTB 689 ( die Sperre ist nicht ganz mittig ):


Technik

Die Valtro mod. 8000 F.S. hält sich auch bei der technischen Umsetzung nahe an die Beretta Cougar. Natürlich hat die Valtro nicht den verriegelten Verschluß der Beretta, sondern nur den üblichen unverriegelten Verschluß. Aber Funktionen wie der des Zerlegehebel, des Schlittenfanghebel, des Magazinhalter, der Sicherung mit integrierter Entspannvorrichtung sind funktional und in der Form identisch mit der Beretta. Davon können andere SSW-Beretta-Klone nur träumen.
Die Schließfeder sitzt auf einer stabilen Führungsstange aus Kunststoff unter dem Lauf. Der Hahn hat leider keinen Sicherheitsrast, dafür wird der fliegende Schlagbolzen beim Sichern/Entspannen eingezogen und ist für den Hahn nicht mehr erreichbar. Der beiseitige Sicherungshebel mit eine Walze im Innern ist komplett aus Kunststoff und nach meiner Meinungnicht sehr langlebig, wenn man die Entspannsicherung ständig benutzt, da hätte wirklich ein hochwertigeres Material nicht geschadet.

Der Magazinhalter aus Zink greift beidseitig in Magazin und hält das Magazin zuverlässig fest. Der Zubringer im Magazin schiebt nach Entnahme der letzten Patrone mit einer Nase den Schlittenfanghebel hoch und nach dem letzten Schuß verriegelt der Schlitten zuverlässig im Fanghebel.

Das Magazin fällt bei Betätigung des Magazinhalters selbständig aus dem Magazinschacht. Dadurch ist ein schneller Magazinwechsel gewährleistet.
Leider ist das Befüllen des Magazins nicht ganz ohne, da die Magazinlippen wie bei der Miami recht scharfkantig sind.

Mit eingelegten Schlittenfanghebel und die Füllstandsanzeige am Magazin:


Das Zerlegen der 8000 F.S. ist für Ungeübte etwas gewöhnungsbedürftig.
Waffe entladen, entsichern, Hahn spannen. Der Arretierschieber des Zerlegehebels wird auf der rechten Seite der Waffe eingedrückt und gehalten, dann der Zerlegehebel auf der linken Seite im Uhrzeigersinn um ca. 45° gedreht, nun zieht man den Schlitten einige Millimeter nach hinten, hebt ihn hinten nach oben und schiebt ihn vom Lauf. Das kann bei einer neuwertigen 8000 F.S. schon mal etwas hakeln, spielt sich aber schnell ein und geht dann wie geschmiert.

Schießen

Wenn man das Laden des Magazins ohne Schnittverletzung hinter sich gebracht hat, kommt der schöne Teil, das Schießen. Hier glänzt die Valtro mod. 8000 F.S. mit Zuverlässigkeit bei RWS, Wadie, MFS und Fiocchi. Andere Sorten habe ich bisher nicht mit ihr ausprobiert.

Durch den recht freien Lauf kommt auch ordentlich Mündungsfeuer vorne raus. In Double Action ist der Abzugsweg gleichmäßig im Abzugswiderstand
und relativ leichtgängig ohne Druckpunkt, in Single Action hat der nach hinten gezogene Abzug einen kurzen Vorzugsweg und einen deutlichen Druckpunkt.

Schnelle Schußfolgen sind ohne Probleme möglich und die Haltbarkeit kann man etwa auf das Niveau der Miami ansetzen.

Zum Führen ist die Valtro mod. 8000 F.S. prinzipiell gut geeignet, da sie ausreichende Magazinkapazität und Zuverlässigkeit mitbringt und Passformholster der Beretta Cougar perfekt passen, doch stehen Gewicht und Größe dagegen.

Das Revier der Valtro ist eher der Silvesterspaß, wo die handschmeichelnde Form des Griffstücks mit dem merklichen Rückstoß des schweren Schlitten das Schießen zum Genuß erhebt.

Ein weiterer Bereich, in der die Valtro glänzen kann, ist die Vitrine des Beretta-Fan, wo sie als einziger und sehr vorbildgetreuer SSW-Nachbau der Beretta Cougar das Fan-Herz erwärmt, ohne daß man sich dabei finanziell verausgaben muß. Die Valtro mod. 8000 F.S. wird bei Internethändlern um die 100 € angeboten.

Zum Abschluß beide Valtro mod. 8000 F.S. in ihrer typischen Valtro-Verpackung. Bei der älteren verchromten PTB 689 liegt ein Zusatzlauf mit der Beschriftung Valtro M10 und bei der aktuellen vernickelten PTB 848 ein Zusatzlauf mit den zulässigen PTBs 845, 847,848 bei:


Hier eine Valtro 8000 F.S. verchromt im Bronzefinish ( Schwarzchrom ), PTB 689, Beschuß: BH = 1996:

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